Eigenportrait der musikalischen
Leiterin Nicole Dullnig

Was schreibt man am besten über sich selbst? Was trifft es auf den Punkt was man ist?
Also:
Geboren wurde ich im September 1973.
Erste musikalische Erfahrung - Gesang der Mutter. Dann, Volksschule - Blockflöte. Weiter ging es mit Blockflöte - Musikschulniveau. Altflöte - Mittelstufe. Querflöte - Oberstufe. Jahrelang brav und ausgesprochen engagiert in der Stadtkapelle Völkermarkt musiziert und mitmarschiert und den Chor im Heimatort Tainach gesanglich als Altistin, wohl jugendlich-rebellisch, strapaziert (hab mich bei der damaligen Chorleiterin schon dafür entschuldigt....)
Irgendwann wurde dann der Wunsch nach "etwas Anderem" und "mehr" in mir wach.
Was kann man tun, wohin kann es gehen, was gibt es noch? Diese Fragen haben mich musikalisch beschäftigt, und so folgte ich der Einladung des Kärntner Sängerbundes zu einem Chorleiterkurs.
Eine "lebensgewichtige" Entscheidung.
Auf diesen Kurs folgte die Einschreibung und Aufnahmeprüfung für den Lehrgang für Chorleitung am Kärntner Landeskonservatorium, den ich nach 8 lehrreichen, kameradschaftlichen, intensiven, lustigen und äußerst emotionalen Semestern (eine Ehe plus 2 Kinder waren die Folge), erfolgreich abgeschlossen habe.
Etwa in dieser Zeit - ziemlich am Anfang meiner Ausbildung - ereilte mich der Ruf "meines" Doppelsextetts. Seit nunmehr bald 10 Jahren sind wir eine Gemeinschaft, die schon so vieles miteinander teilt, dass ich den Chor als meine "Ersatzfamilie" bezeichnen will.
Die musikalischen Erlebnisse, Konzerte, CD-Aufnahmen, Proben, aber auch die Höhen und Tiefen, die sich wechselnden Besetzungen bei den Sängern, die Menschen die man kennenlernt, alle menschlichen Hochs und Tiefs die mir in diesen 10 Jahren begegnet sind, haben mich sehr reifen lassen und mich sozusagen "entwickelt".
Das "führungstechnische" Rüstzeug - das man ja zweifelsohne als Chorleiterin auch braucht - habe ich mir immer wieder in diversen Seminaren, im Rahmen der Chorakademie Kärnten, sowie auch auf zahlreichen Bundeschorleiterkursen geholt, abgesehen davon, dass man im Rahmen dieser Bildungstätigkeiten ja ständig musikalisch fortschreitet.
Was wäre noch zu sagen?
Außer Chorleiterin bin ich auch noch 2fache Mutter (Marie 5 Jahre, Florian 2 Jahre), Ehefrau und im Brotjob Beamtin der Landesregierung.
Ich bin gerne Chorleiterin, obwohl es manchmal ganz schön anstrengend und oft auch zermürbend sein kann. Meistens aber ist es eine sehr schöne Arbeit, die mir sehr viel positive Energie gibt.
Singen ist ein Gemeinschaftserlebnis bei dem die Energie stimmen muss. Wenn es nicht stimmt - in der Gemeinschaft - dann stimmt es auch beim Singen nicht. Diese Erfahrung habe ich gemacht, und wurde von meinem Lieblingsfilm "Wie im Himmel" bestätigt - oder ich habe es mir zumindest so interpretiert.
Es bereitet mir große Freude, mit einer Gruppe zu arbeiten, in der die Freude am Singen, viel Fröhlichkeit und eine tiefe Freundschaft unter allen Mitgliedern immer im Vordergrund steht.
Nicole Dullnig